Ende Juli hat Chinas staatliche Tabakmonopolbehörde (State Tobacco Monopoly Administration, STMA) das Unternehmen iMiracle (Shenzhen) Technology zu einem behördlichen Gespräch vorgeladen. iMiracle steht hinter einigen der bekanntesten Einweg-Marken im deutschen Handel, darunter Elf Bar und Lost Mary. Für den Fachhandel stellt sich damit eine ganz praktische Frage: Wird die Ware knapp?
Was ist passiert?
Am 29. Juli 2026 veröffentlichte die für E-Zigaretten zuständige Abteilung der STMA eine Mitteilung über die Vorladung. Offiziell ist von mutmaßlich rechtswidrigen Produktions- und Geschäftstätigkeiten sowie von Schwächen im Compliance-Management die Rede. Es ist das erste Mal, dass die Behörde ein solches Gespräch mit einem E-Zigaretten-Hersteller öffentlich macht.
Nach Angaben von Branchenbeobachtern geht es konkret um drei Punkte:
- Es sollen mehr Einweg-E-Zigaretten für den Export produziert worden sein, als die Lizenz erlaubt.
- Für den Export bestimmte Ware soll zurück auf den chinesischen Markt gelangt sein.
- Die Rückverfolgbarkeit von Bauteilen und Liquids soll lückenhaft sein.
Diese Einzelheiten hat die Behörde selbst bislang nicht bestätigt.
Wie reagiert iMiracle?
Das Unternehmen bestätigte die Vorladung noch am selben Tag und kündigte ein Programm zur Behebung der Mängel an. Man nehme die Vorgaben der Aufsicht ernst, wolle sie konsequent umsetzen und künftig strikt nach den staatlichen Regeln für regulierte Branchen arbeiten. Geldbußen, Produktionsstopps oder den Entzug von Lizenzen hat die STMA bislang nicht verhängt.
Drohen Lieferengpässe in Deutschland?
Nach derzeitigem Stand ist nicht mit flächendeckenden Ausfällen zu rechnen. Ein von der DTZ zitierter Brancheninsider hält es aber für möglich, dass es bei einzelnen Marken, Herstellern oder Produkten zeitweise zu Liefer- oder Bestellschwierigkeiten kommt. Solange keine Sanktionen verhängt werden, dürfte die Produktion weiterlaufen. Strengere Kontrollen bei Exportmengen und Rückverfolgbarkeit können jedoch zu Verzögerungen führen.
Was Händler jetzt tun können
- Ruhig bleiben statt hamstern. Große Vorratskäufe binden Kapital und Lagerplatz, obwohl ein Engpass derzeit nicht absehbar ist.
- Nicht von einer Marke abhängig sein. Wer sein Sortiment breiter aufstellt, kann kurzfristige Lücken bei einzelnen Artikeln leichter ausgleichen.
- Auf das Steuerzeichen achten. Wenn Ware knapp wird, steigt das Risiko von Graumarkt-Angeboten. E-Liquids, auch nikotinfreie, unterliegen in Deutschland seit Juli 2022 der Tabaksteuer und dürfen nur mit gültigem Steuerzeichen verkauft werden.
- Bei Fragen anrufen. Zur Verfügbarkeit einzelner Artikel gibt unser Innendienst Auskunft: +49 2151 524190, Montag bis Freitag von 7:00 bis 17:00 Uhr.
Fazit
Die Vorladung ist ein deutliches Signal, dass China die Exportindustrie für E-Zigaretten stärker kontrolliert. Für den deutschen Handel ist die Lage vorerst entspannt, einzelne Lieferverzögerungen sind aber möglich. Wir beobachten die Entwicklung und informieren an dieser Stelle, sobald es Neuigkeiten gibt.
Quellen: 2Firsts, 29.07.2026; DTZ – Die Tabak Zeitung, 13.08.2026. Stand: 21.09.2026.
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